Die Wielo Steillagen

Unsere Weinberge befinden sich zwischen Ludwigsburg und Ingersheim. Die jahrhundertealten Rebstöcke stehen auf Muschelkalkboden und wurzeln im Neckar.

Unsere Weinberge haben eine für den süddeutschen Raum typische Beschaffenheit und werden Steillage genannt.  

Steillagen sind Weinhänge mit einer Steigung von mindestens 45 Grad oder mehr als 30 Prozent Neigung aufweisen. Viele davon sind zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert entstanden. Das kostbare Ackerland war für den Weinanbau verboten. Die besondere Kulisse finden Weinbegeisterte insbesondere in den Weinregionen Neckar (wo wir uns befinden), Enz und Stromberg. Aber auch im Lembergerland entlang der Enz und im Schwarzwald gibt es die steilen Hänge.  

Eine der große Vorteile von den Steillagen ist die besondere Thermik, die die beste Bedingungen für die Reben anbietet. Die Neigung erlaubt die optimale Ausrichtung zum Lauf der Sonne. Sie sorgt dafür, dass in steilen Lagen die Reben mehr Sonne abbekommen als in Flachlagen – allein, weil sich die Rebzeilen nicht gegenseitig beschatten.

Die Exposition, so der Fachbegriff für die Ausrichtung des Weinbergs zur Sonne, ist das eine. Das andere ist die Zirkulation der Luft in einer Steillage. Am Abend fällt die kühle Luft hinab und verschafft so den Trauben notwendige Erholung. Am Morgen erwärmt sich die Luft erneut und wandert den Hang hinauf. In der Folge steigt die Temperatur moderater an als in einer Flachlage. Weiterer Vorteil dieser besonderen Thermik ist, dass Steillagen allgemein weniger anfällig für Frostschäden sind.
Historische Trockensteinmauern unterteilen die steilen Hänge bis heute. Die oftmals nur von Hand kultivierbaren Anbaugebiete verleihen den Weinbaubetrieben einiges ab. Auch bei der Lese ist Handarbeit angesagt. Der Mehraufwand ist nicht unerheblich und ist in etwa drei Mal so viel wie mit der maschinellen Bearbeitung. Freude am Wein und das starke Bewusstsein für Tradition sind Grundvoraussetzung für diese Mühen.

Was auch sehr typisch im Weinregion Neckar ist die Muschelkalk Bodenart. Der Boden präsentiert sich in einem gelblichen Farbton. Er ist trocken und steinig. Die Kombination aus Muschelkalk und Steillagen in den Weinbaugebieten stellt eine Herausforderung für Winzer dar. Die Hänge sind schwer zu bewirtschaften und müssen gegen Erosion geschützt werden. Doch die Mühe lohnt sich, denn dank seiner speziellen Eigenschaften bringt Muschelkalk erstklassige Weine mit einem besonderen Charakter hervor.
Die Besonderheit des Muschelkalks ist sein hoher Tongehalt. Dadurch werden die Weinreben hervorragend mit Mineralien versorgt. Diese unterstützen das Wachstum der Reben. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass Muschelkalk mit vielen Steinen versehen ist. Er ist ein idealer Wärmespeicher. Die Steine heizen sich in der Sonne auf und leiten die Wärme schnell weiter. Dadurch erhitzt sich der Ton. Er gibt die Wärme nur langsam ab – ideal für den Weinanbau.
Muschelkalk speichert wenig Wasser. Ein großer Teil der Feuchtigkeit bleibt im Ton gebunden. Doch Wasser benötigen die Rebstöcke zum Wachstum. Um es im Muschelkalk erreichen zu können, bilden die Rebstöcke ein tiefes und kräftiges Wurzelsystem aus. Dadurch entstehen später exzellente Weine mit dem gewissen Etwas.